Coaching-Geschichten von der Sinnfee

Sie lieben (wahre) Geschichten und wollen wissen, wie ein Coaching funktioniert? Dann sind Sie hier richtig!

Coaching-Geschichten

 

Jedes Coaching ist anders so wie auch jede Persönlichkeit einzigartig ist. Auf dieser Webseite habe ich Ihnen eine Fülle von Themen vorgestellt, die in einem Coaching bearbeitet werden können.
 
In der Realität ist es allerdings häufig so, dass ein Coaching mehrere Lebensbereiche und Schwerpunkte nebeneinander durchläuft. Manchmal ist das offensichtliche Thema gar nicht das eigentliche Thema. Oft leuchten die Augen meiner Klienten und Klientinnen, wenn sie ihren eigenen Selbsttäuschungen auf die Schliche kommen und anfangen zu begreifen, was ihnen eigentlich im Weg steht.
 
Damit sich das alles nicht so theoretisch anhört, habe ich auf dieser Seite Geschichten für Sie zusammengestellt, die so tatsächlich passiert sind. Um meine Klienten und Klientinnen zu schützen, habe ich die persönlichen Daten an der einen oder anderen Stelle ein wenig verfremdet.
 
Dann bleibt mir nur noch eins zu sagen:

Viel Spaß beim Lesen!


Entspannter Umgang mit dem Chef

Vor mir sitzt eine junge Frau. Strahlend, offen, intelligent, sehr reflektiert. Mit ihrem Chef kommt sie nicht zurecht, gar nicht. Sie nimmt ihn nicht ernst, weder fachlich noch menschlich, kann nicht die kleinste positive Seite an ihm entdecken. Zuhause führt sie ein Notizbuch, in das sie all seine negativen Äußerungen notiert. Sobald sie ihn sieht, bekommt sie einen dicken Hals und ist in Abwehrstellung. Als Ziel definiert sie: „Ich will lernen, bei den Begegnungen mit ihm innerlich und äußerlich ruhig zu bleiben. Ich möchte sachlich und höflich mit ihm zusammenarbeiten. Zuhause möchte ich von beruflichen Dingen abschalten und meine Freizeit entspannt genießen können.“
 
Sie schildert geschäftliche Anekdoten und schnell wird mir das eigentliche Thema klar. Anerkennung ist ihr immens wichtig. Die erhält sie von allen möglichen Menschen, aber nicht von ihrem Chef. Wie  stark ihr Wunsch danach ist, ist ihr gar nicht bewusst. Wir machen einen Antreibertest, der ihr diesen Hintergrund verdeutlicht. Nach und nach erkennt sie, dass die vielen Menschen, die sie schätzen, für sie nicht so viel wiegen wie der Eine, der das nicht tut. Wir verschieben bewusst ihren Blickwinkel zu den anerkennenden Menschen. Durch die Handbewegungen, mit denen ich eine Waage darstelle, entsteht in ihr die Assoziation zu einer bestimmten Statue. Diese Statue machen wir zum Symbol für all die wohlmeinenden Menschen. Sie druckt sich ein Bild davon aus und hängt es an ihren Arbeitsplatz. 
 
Wochen später schreibt sie mir:
 
„Ich versuche, mir die Statue immer vors Auge zu legen, wenn ich in so eine Situation komme. Bis jetzt hat es bemerkenswert gut geklappt…“

Vorzeige-Vater

Mein Klient ist Anfang Vierzig, seine Tochter 14 und sein ganzer Stolz. Sie lebt bei der Mutter und hat nach diversen familiären Turbulenzen den Kontakt zu ihm abgebrochen. Er leidet darunter sehr. Sein Ziel ist es, die Situation annehmen zu können und Zuversicht für die Zukunft zu gewinnen.
 
Er berichtet aus der Vergangenheit und erzählt, wie viel er immer mit seiner Tochter unternommen hat. Sie waren ein eingeschworenes Team. Von anderen Eltern kamen Kommentare wie:
 
„Genau so muss ein Papa sein!“
 
Ich bitte ihn, eine Kurve zu zeichnen, die das Verhältnis zu seiner Tochter über die gemeinsamen Jahre hinweg darstellt. Er vergibt für die ersten 12 Jahre die Höchstnote – durchgängig! Danach geht es in Stufen abwärts. Im weiteren Gespräch erkennt er, dass so ein breites Fundament unmöglich verschwunden sein kann. Dass sie im Moment einfach in einer Phase ist, in der sie ihre Ruhe will. Ich erläutere ihm, welche Bedeutung die Pubertät im Lebenszyklus hat, warum sie so wichtig ist und was genau da passiert. Seine Augen beginnen zu glänzen und er sagt: „Ja, genau das macht sie gerade durch. Und dafür braucht sie Zeit“. Wir sprechen über die letzte Begegnung mit ihr. Er erzählt in gleichbleibendem Ton. Plötzlich berichtet er von ihrem Abschiedssatz. Darin liegen die ganzen 12 Jahre Höchstnote versteckt. Er scheint dies nicht wahrzunehmen. Ich lasse ihn die Bemerkung wiederholen, und noch mal und noch mal. Er versteht und fängt an sehr breit zu lächeln, Tränen glitzern in den Augen. Mir geht das Herz auf, ganz weit. Gänsehaut!
 
Ich gebe ihm die Hausaufgabe, jeden Morgen wenn er sich aus dem Bett schwingt und die Füße auf den Boden setzt, an diese Bemerkung zu denken.Bei einem Telefonat nach mehreren Monaten erzählt er mir, dass sich sein Gefühlsleben seit dem Coaching stark verändert hat, dass er jetzt geduldig und entspannt darauf warten kann, dass seine Tochter Begegnungen mit ihm sucht.

Mit 50 das Leben neu puzzlen

Eine temperamentvolle, intelligente Italienerin wie aus dem Bilderbuch kommt zu mir ins Coaching. Ihr rollendes „R“, ihr Eifer und ihre Spontaneität füllen den Raum. Sie ist um die 50, die Kinder fliegen gerade aus. Neue berufliche Herausforderungen winken einerseits mit spannender Abwechslung und sind andererseits wirtschaftliche Notwendigkeit. Sie möchte einen Plan entwickeln, wie sie ihre vielschichtigen Talente in ein Erwerbsleben integrieren kann, das zugleich in ausreichender Menge Geld und Spaß einbringt.
 
Wir gehen auf Visionsreise und setzen alle Puzzle-Steine zusammen, die sie sich erträumen kann. Danach setzen wir uns die Realitätsbrille auf und bewerten die Puzzle-Teile  nach den Kriterien Spaß, Geldertrag und persönlicher Machbarkeit. Dieser Schritt ist anstrengend und tut weh, weil er das Loslassen einiger liebgewordener aber auch einengender Träume bedeutet. Nach ein paar Momenten des Abschiedsschmerzes ist sie wieder voll dabei und teilt die verfügbaren Wochenarbeitsstunden auf die Puzzle-Steine auf, die den Realitätscheck erfolgreich bestanden haben. Zur besseren Veranschaulichung übertragen wir das Ergebnis in ein Kreisdiagramm. Sie schaut sich die verschiedenen Kuchenstücke an und sagt zufrieden: „Ja, das passt so!“
 
Abschließend stellen wir einen Maßnahmenplan mit konkreten Schritten und Terminen auf. Vier Wochen später telefonieren wir. Sie liegt voll im Zeitplan und sagt:
 
„Unser Coaching hat mir den entscheidenden Kick gegeben. Ich bin dadurch endlich in Bewegung gekommen. Weg vom Grübeln zum Handeln!“

Von Posaunen, Harfen und Cellos

Eine erfolgreiche Fünfzigjährige kommt zu mir. Sie arbeitet in einem namhaften Konzern und eigentlich ist ihre Welt in Ordnung. Wäre da nicht dieser Kommentar ihrer Chefin im Mitarbeitergespräch gewesen:
 
"Verkaufen Sie sich besser nach außen, machen Sie Eigenwerbung und ziehen Sie mal mit der Posaune durch den Gang!" 
 
Meine Klientin war ratlos: Wozu sollte das gut sein? So etwas passe doch gar nicht zu ihrer Persönlichkeit, erklärt sie mir. Außerdem sei ihr auch nicht klar, warum das ihrer Chefin so wichtig sei. Im Laufe des Gesprächs erkennt sie dann den Grund: Wenn ihre Kompetenz aus der Abteilung herausstrahlt, werden sich andere Abteilungen viel mehr direkt an sie wenden. Das entlastet ihre Chefin um Delegations- und Informationsaufgaben.
 
Um zu klären, was sich genau ändern müsste, damit sie mehr Aufmerksamkeit erzielen kann, machen wir eine Figurenaufstellung. Sie arrangiert ihre Persönlichkeitseigenschaften auf unserem Arbeitstisch. Dann überlegt sie, welche neuen Eigenschaften sie brauchen würde, um den Wunsch ihrer Chefin zu erfüllen. Sie ist total in ihre Aufstellungsarbeit versunken und erzählt von sich und ihrem Alltag. Immer wieder landet sie ratlos bei dem Bild von der Posaune. Plötzlich fällt ihr eine Geschichte ein und sie beginnt zu lachen. Sie schildert, wie eine Kollegin sie einmal mit einer Harfe verglichen habe und stößt entrüstet aus: „Und dabei hasse ich Harfen!“. Gelächter, wir amüsieren uns beide. Die Antwort auf die Frage, welches Instrument ihr denn lieber wäre, kommt wie aus der Pistole geschossen: „Ein Cello!“
 
Perfekt! Damit können wir arbeiten! Ein Cello ist zwar keine Posaune, tritt aber im Orchester deutlich in Erscheinung. Sie arrangiert die Figuren so um, dass ihr berufliches Auftreten wie ein Cello im Orchester wirkt. Sie rückt Eigenschaften ganz dicht an sich heran und schiebt andere in den Hintergrund. Irgendwann lehnt sie sich zurück und schaut zufrieden auf den Tisch.
 
„Ich weiß jetzt, wie ich mich mehr in den Mittelpunkt rücken kann, so dass es auch zu mir passt. Wenn ich das nächste Mal wieder versuche möglichst unauffällig zu bleiben, dann denke ich an Harfengeplätscher und frage mich, wie ich mich als Cello präsentieren könnte.“
 
Sie ist optimistisch und ich bin es auch. Einige Monate später haben wir wieder Kontakt. Sie hat nun ein anderes, deutlich anspruchsvolleres Aufgabengebiet übernommen, nachdem mehrere Chefs auf sie aufmerksam geworden waren. Und: Sie hat sich ihren Jugendtraum erfüllt und angefangen Cello-Stunden zu nehmen!

Sie wollen Ihre Coaching-Geschichte schreiben? Dann bin ich gerne für Sie da!